Die Tage werden länger, die Nächte wärmer und die Straßen füllen sich mit…Leben? Die Stadt Duisburg macht wie eh und je den Eindruck, als würde der Winter ewig dauern und die kulturelle Betonwüste jeden Versuch etwas daran zu ändern, unmöglich machen.
Kein Wunder, dass sich bereits vor über einem Jahr die DU it yourself Kampagne zusammenfand, um dem Wunsch nach einem soziokulturellen Raum in Duisburg nicht länger hinterherzuträumen, sondern die Sache selbst in die Hand zu nehmen.
Am 01. Juni werden auch wir dabei sein und die Straßen mit unseren Wünschen, Forderungen und natürlich unseren Bässen füllen. Wir werden keine Zeit mehr damit verschwenden, auf die Initiative irgendwelcher politischen VertreterInnen zu warten, da nur wir selbst unsere Interessen vertreten und unsere Vorstellungen von einem Freiraum umsetzen können.
Kommt am 01. Juni um 19uhr zum Duisburger Bahnhofsvorplatz und bringt die Stadt zum beben!
Kein Gleichschritt mit dem Patriarchat! Unser Kampf bleibt emanzipatorisch!
Artikel: http://freepussyriot.org/de/news-de
19 Apr 2012
„Aufstand in Russland, Putin macht sich in die Hose“
Die Mitglieder der Moskauer Punkband „Pussy Riot“ sitzen seit Monaten in Untersuchungshaft. Den Frauen drohen bis zu sieben Jahre Haft – weil sie auf kreative Weise gegen Putin demonstriert haben.
Vor dem Gebäude des Taganski-Gerichts in Moskau herrscht Chaos. Ein Mann nimmt einen Feuerlöscher heraus und beginnt, mit Schaum um sich zu spritzen.
In die Luft fliegen Rauchdosen und rohe Eier. Die Polizei greift ein und bald verlässt der erste Bus mit den Festgenommenen den Hof. Doch es sind nicht nur Provokateure, die da ins Visier der Polizei geraten sind.
Unter den 20 Russen in Gewahrsam sind vor allem junge Menschen, die sich zu einer friedlichen Aktion verabredet hatten. Darunter sind auch Frauen, deren Vergehen es war, „Freiheit für Pussy Riot“ mit Kreide auf den Asphalt zu schreiben.
In unserer Gesellschaft sollte kein Platz für Rassismus, Nationalismus und Diskriminierung sein. Doch die Realität sieht ganz anders aus:
Zuletzt erlangten die Morde des NSU traurige Berühmtheit. Über 10 Jahre lang wurden Menschen ermordet, die nicht in das Weltbild der Rassistin*Innen passten. Doch diese Morde waren keine Einzelfälle:
Laut der Amadeus-Antonio-Stiftung gab es in der BRD seit 1990 182 Todesopfer durch Übergriffe von Neonazis. (Die Regierung spricht von gerade einmal 59!)
ProNRW gibt sich nach außen hin zwar betont bürgerlich und zivil, jedoch ist dies nichts anderes als eine perfide Taktik der Rechtspopulist*Innen. Im Wahlprogramm der selbsternannten “Bürgerbewegung” finden sich offen rassistische Forderungen. Neben Slogans wie “Freiheit statt Islam” und “Nein zur Marrokaner-Moschee” fantasiert die „Bürgerbewegung“ eine “Migrantenlobby” herbei.
Zur Landtagswahl 2012 wollen die Rechtspopulist*Innen erneut Wähler*Innenstimmen durch menschenfeindliche Forderungen und Aktionen, wie z.B. ihre “Moscheen-Tour” (ProNRW-Slogan), sammeln, bei der sie konsequent gegen Muslime, Homosexuelle und Andersdenkende hetzen.
Wir stellen uns entschlossen und solidarisch gegen diese rassistische Hetze!
Anzumerken ist allerdings auch, dass es sich bei der “Yavuz Sultan SelimCami-i”-Moschee um einen Sammelpunkt der Grauen Wölfe handelt. Bei dieser Gruppierung (Türkisch: Bozkurtlar) handelt es sich um Mitglieder einer rechtsradikalen Partei der Nationalistischen Bewegung, welche in den letzten Jahren vermehrt durch gewalttätige Übergriffe gegenüber andersdenkenden Mitmenschen auffielen.
Nationalismus ist kein deutsches Phänomen!
Wir stellen uns konsequent gegen jeden Nationalismus, egal aus welcher Richtung! Wir wollen weder Rechtspopulist*Innen wie Pro NRW, noch rechtsradikale Gruppierungen, wie die “Grauen Wölfe”! Wir brauchen weder Neonazis, noch die NPD, REPs oder die so genannten “Autonome Nationalisten”.
Wir wollen ein deutliches Zeichen setzen!
Unterstützt uns bei den Protesten. Kommt zur Kundgebung. Erteilt Rassismus & Nationalismus eine Absage.
Seid kreativ, laut und friedlich. Bringt eure Freund*Innen mit und lasst uns gemeinsam den Rassist*Innen und Nationalist*Innen zeigen, was Wir von ihnen halten!
Europäischer Aktionstag gegen den Kapitalismus
31. März 2012 | march31.net
Am 31. März ruft ein Bündnis aus verschiedenen antiautoritären und antikapitalistischen Gruppen zu einem europaweiten Aktionstag gegen die Krisenpolitik der EU-Länder auf.
Seit Monaten spitzt sich die Kredit- und Schuldenkrise in der EU (und global) zu. Auf immer neuen Regierungskonferenzen werden Notprogramme beschlossen, um den Kapitalismus in Europa zu sanieren. Glaubt man Politik und Medien, drohen sonst Zusammenbruch, Rezession und neue Armut. Mit diesem Drohszenario werden marktradikale Reformen durchgesetzt, die unsere Gesellschaft und unser Leben auf Jahrzehnte bestimmen – wenn wir uns nicht wehren. In den ersten Jahren der Krise hieß es, der Kapitalismus müsse gezügelt werden. Banken und Konzerne sollten einen Teil der Lasten tragen, die sie selbst mit verursacht hatten. Doch gerade passiert das genaue Gegenteil: Die Herrschenden in der EU, ihren Mitglieds- und Beitrittsstaaten setzen auf mehr „Wettbewerb“ und einen brutalen Sparkurs, um das „Vertrauen“ und die Profite der Privatwirtschaft zu sichern. Für einen Großteil der Bevölkerung bedeutet dies eine zunehmende Verarmung und Verschärfung ihrer Lebensbedingungen. Es zeigt sich: Kapitalismus heißt Krise und Ohnmacht, Armut inmitten von Reichtum. Organisieren wir uns für eine bessere Gesellschaft!
Die Krise hat System
Die kapitalistische Globalisierung der vergangenen Jahrzehnte hat die Konkurrenz der Unternehmen und Standorte intensiviert. Alle führenden Industriestaaten haben ihre Märkte umfassend dereguliert. Sie haben soziale Sicherheiten gestrichen, öffentliche Güter privatisiert, die Rechte von Lohnabhängigen beschnitten und soziale Kontrollen verschärft, im Interesse eines möglichst ungehinderten kapitalistischen Wachstums. Doch selbst in Europa, auf der Sonnenseite dieses weltweiten Systems, wird unser Leben von Jahr zu Jahr unsicherer, und die soziale Spaltung nimmt zu. Diese Entwicklung belastet alles: wie wir lernen, wie wir arbeiten, wie wir mit einander umgehen. In den sogenannten „aufstrebenden Märkten“ herrscht ohnehin eine permanente soziale Krise: Enteignung und skrupellose Ausbeutung mit staatlicher Rückendeckung, für ein nationales Wachstum das nur Privilegierten zu Gute kommt. Die neoliberale Transformation hat auch die Finanzmärkte überkochen lassen. Ob DotCom-Boom, Immobilienfonds oder Derivatehandel – seit Jahren platzen die Spekulationsblasen, auf jeden Boom folgt ein Einbruch. Schuld daran sind nicht „Gier“ und „Korruption“ einer kleinen Elite, wie viele glauben. Schuld ist die alltägliche Profitlogik, der wir alle unterworfen sind, ob wir wollen oder nicht. Doch diese Verhältnisse sind von Menschen gemacht und können daher auch von uns verändert werden.
Das EU-Regime knacken
2011 ist die europäische Schulden- und Währungskrise eskaliert. Einige Staaten stehen vor dem Bankrott, und gefährden damit den Euro. Vordergründig haben diese Staaten „über ihre Verhältnisse gelebt“, und gelten jetzt als „Schuldensünder“. Mit dem Versuch über Schulden kapitalistisches Wachstum anzustoßen, taten sie was alle tun, nur weniger erfolgreich. Ihre Unterstützung durch die Europäische Zentralbank (EZB) und den milliardenschweren „Rettungsfonds“ ESM ist an rücksichtslose Auflagen gebunden. Eine europäische „Schuldenbremse“ soll „die Märkte beruhigen“, natürlich zu Lasten der Lohnabhängigen und Erwerbslosen. Private Profite werden dagegen nicht angetastet. Ähnlich ergeht es den ost- und südosteuropäischen Beitrittskandidaten, die von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) zu umfassenden Kürzungen und Privatisierungsprogrammen genötigt werden. All das soll das krisenträchtige Wettbewerbsregime der EU schützen, und natürlich die Ansprüche der dominanten Ökonomien Kerneuropas: Die Regierungen Deutschlands und Frankreichs konnten ihre Interessen fast ungehindert durchsetzen. Kein Zweifel, in vielen Ländern gab es heftigen Protest. Allerdings traten dabei die großen nationalen Gewerkschaften als Schützer ihrer Standortinteressen auf, und forderten allenfalls soziale Trostpflaster. Gleichzeitig sind jedoch überall Basisinitiativen entstanden, um die eigene politische Ohnmacht zu überwinden – hieran gilt es anzuschließen. Denn wenn sich etwas ändern soll, müssen wir selbst dafür sorgen.
Unser Leben in unsere Hände
Die europäische Krisenpolitik ist so spekulativ wie es der Kapitalismus immer war. Denn schärferes Sparen gefährdet die ökonomische Stabilität genau so wie Wachstum auf Pump. Es gibt im Kapitalismus keinen sicheren Weg, nur permanentes Krisenmanagement. Sollen wir unser Leben dafür verschwenden? Besser wir kämpfen gemeinsam gegen das Diktat des Kapitalismus, und organisieren uns endlich europaweit. Der Europäische Aktionstag am 31. März 2012 ist dafür ein erster Schritt. Unsere Demonstrationen in Griechenland, Spanien, Deutschland anderen europäischen Staaten sind mehr als ein Zeichen antikapitalistischer Solidarität. Sie sind schon jetzt Teil einer europaweiten Diskussion und Vernetzung. Wir laden alle emanzipatorischen Initiativen ein, diesen Prozess mit zu gestalten. Wir müssen uns außerhalb der staatstragenden Institutionen organisieren, und einen langen Atem haben. Obwohl die Krise in den europäischen Ländern oft sehr unterschiedlich verläuft, haben wir ein gemeinsames Ziel: Wir wollen den Kapitalismus nicht retten, sondern überwinden. Wir widersetzen uns nationaler Interessenpolitik und nationalistischer Krisenideologie. Die Verteidigung bestehender sozialer Rechte ist wichtig, aber unsere Perspektive muss weiter sein. Wir müssen die fatalen Zwänge des Kapitalismus brechen. “Echte Demokratie”, wie sie in vielen Protesten gefordert wird, das geht nur ohne Kapitalismus, ohne Staat und ohne Nationalismus!
Lassen wir am 31.März gemeinsam die schwarze Katze aus der Kiste steigen: